WordPress Gutenberg hat die Art, wie Inhalte in WordPress entstehen, stark verändert. Statt Texte, Bilder, Buttons oder Spalten in einer einzigen großen (und oftmals unübersichtlichen) Eingabefläche zu bearbeiten, setzt der Editor auf einzelne Blöcke. Das klingt zunächst nach einem kleinen Unterschied, macht aber beim Erstellen von Seiten und Beiträgen erstaunlich viel aus.
Der Block-Ansatz sorgt dafür, dass du Inhalte flexibler aufbauen, verschieben und gestalten kannst. Gleichzeitig ist der Einstieg unkompliziert: Absatz schreiben, Bild ergänzen, Überschrift setzen, fertig. Wer tiefer einsteigen möchte, kann mit Patterns, Gruppen, Spalten und Block-Themes deutlich komplexere Layouts umsetzen.
In diesem Beitrag zeigen wir dir, was WordPress Gutenberg kann, wo die Vorteile liegen und wie du mit dem Editor schnell produktiv wirst.
Was kann der WordPress Gutenberg Editor eigentlich?
Der Gutenberg-Editor ist seit WordPress 5.0 der Standardeditor für Beiträge und Seiten. Sein Grundprinzip ist simpel: Jedes Inhaltselement ist ein eigener Block. Ein Absatz ist ein Block, ein Bild ebenfalls, genauso wie eine Liste, ein Zitat, eine Tabelle oder ein Button.
Dadurch kannst du Inhalte einzeln auswählen, verschieben, duplizieren und gestalten. Du musst also nicht mehr in einer langen Textfläche nach dem richtigen Element suchen oder für einfache Layouts direkt mit HTML arbeiten.
WordPress Gutenberg geht inzwischen aber deutlich über reine Beitragsgestaltung hinaus. In Verbindung mit einem Block-Theme kannst du über den Site Editor auch Bereiche wie Header, Footer, Templates oder Navigationen mit Blöcken bearbeiten. Damit nähert sich WordPress stärker einem visuellen Website-Baukasten an – ohne seinen flexiblen CMS-Kern aufzugeben.
Wichtig ist dabei die Begriffstrennung: Der Block-Editor gehört heute zum WordPress-Core. Das Gutenberg-Plugin ist dagegen das Entwicklungsplugin des Projekts. Dort werden neue Gutenberg-Funktionen entwickelt und getestet, bevor ausgereifte Features teilweise in WordPress selbst einfließen.
WordPress Blocks: kleine Bausteine, große Wirkung
Der größte Vorteil des Block-Editors steckt bereits im Namen des Konzepts: Inhalte werden modular. Statt eine Seite als starres Ganzes zu behandeln, baust du sie aus einzelnen WordPress Blocks zusammen.
Typische Blöcke sind zum Beispiel:
- Absätze und Überschriften
- Bilder, Galerien und Videos
- Buttons und Call-to-Actions
- Listen und Tabellen
- Spalten und Gruppen
- Abstände und Trennelemente
- Navigations- oder Beitragsblöcke
Das macht Änderungen besonders angenehm. Ein Bild soll nach oben? Einfach verschieben. Ein Abschnitt wird zweimal benötigt? Ganz schnell duplizieren. Ein wiederkehrender Aufbau soll auf mehreren Seiten erscheinen? Dafür kannst du Patterns verwenden.
Ein weiterer Pluspunkt: Viele Plugins ergänzen eigene Blöcke. Dadurch lässt sich der WordPress-Editor um Formulare, FAQs, Karten, Produktboxen oder andere Funktionen erweitern, ohne dass du jedes Element von Hand programmieren musst.
Mehr Gestaltungsfreiheit ohne Page-Builder-Zwang
WordPress Gutenberg ersetzt nicht automatisch jeden Page Builder. Für viele klassische Websites reicht der Block-Editor inzwischen aber erstaunlich weit. Besonders mit modernen Block-Themes lassen sich Layout, Typografie, Farben und wiederkehrende Seitenelemente zentral steuern.
Das reduziert Abhängigkeiten von zusätzlichen Buildern und kann die Website schlanker halten. Gleichzeitig bleibt die Bedienung näher am WordPress-Standard – praktisch, wenn mehrere Personen Inhalte pflegen.
Erste Schritte mit WordPress Gutenberg: Dein Mini-Tutorial

Du möchtest den Block-Editor ausprobieren? Dann brauchst du normalerweise nichts zusätzlich zu installieren. Bei aktuellen WordPress-Installationen ist der Block-Editor standardmäßig aktiv.
1. Beitrag oder Seite öffnen
Gehe im Dashboard auf „Beiträge“ oder „Seiten“ und erstelle einen neuen Inhalt. Der Editor öffnet sich unmittelbar mit einer leeren Arbeitsfläche.
2. Den ersten Block hinzufügen
Klicke auf das Plus-Symbol und wähle den gewünschten Block aus. Für einen Text genügt der Absatz-Block. Bilder, Listen, Buttons oder Überschriften kannst du genauso ergänzen.
Noch schneller funktioniert der Slash-Befehl: Tippe beispielsweise „/bild“ oder „/überschrift“, um direkt nach dem passenden Block zu suchen. WordPress unterstützt sowohl den Block-Inserter als auch Slash-Befehle zum schnellen Einfügen neuer Elemente.
3. Blöcke anpassen und verschieben
Klickst du einen Block an, erscheinen abhängig vom Element verschiedene Einstellungen. Zusätzlich findest du in der Seitenleiste weitere Optionen, etwa für Abstände, Farben, Typografie oder Masse.
Über die Listenansicht behältst du selbst bei umfangreicheren Seiten den Überblick. Dort siehst du die Struktur deiner Blöcke und kannst Elemente gezielt auswählen oder verschieben.
4. Patterns für wiederkehrende Layouts nutzen
Patterns sind vorgefertigte oder selbst gespeicherte Kombinationen mehrerer Blöcke. Damit kannst du zum Beispiel einen Hero-Bereich, eine Kontaktsektion oder einen CTA schneller wiederverwenden.
Gerade wenn du regelmäßig neue Landingpages oder Blogartikel erstellst, spart das Zeit und sorgt für ein konsistentes Design.
Muss man den WordPress Gutenberg Editor aktivieren?
Bei einer normalen aktuellen WordPress-Installation nicht. Wer nach „WordPress Gutenberg Editor aktivieren“ sucht, stößt häufig auf ältere Anleitungen aus der Übergangszeit rund um WordPress 5.0. Seit dieser Version ist der Block-Editor der Standard.
Es sieht allerdings anders aus, wenn du auf deiner Website bewusst den Classic Editor verwendest oder den Block-Editor durch ein Plugin beziehungsweise eine individuelle Konfiguration deaktiviert hast. Dann musst du zunächst prüfen, wie deine Installation eingerichtet ist.
WordPress Gutenberg vs. Classic Editor
Der Classic Editor fühlt sich wie eine klassische Textverarbeitung à la Word an: eine große Eingabefläche, darüber eine Werkzeugleiste. Das ist für reine Texte weiterhin übersichtlich und angenehm.
Der Block-Editor verfolgt einen anderen Ansatz. Inhalte sind stärker strukturiert und einzelne Elemente lassen sich deutlich gezielter bearbeiten. Das bietet insbesondere bei modernen Seitenlayouts Vorteile.
Der Classic Editor kann sinnvoll sein, wenn bestehende Workflows, ältere Plugins oder individuelle Systeme darauf ausgelegt sind. Bei neuen Websites spricht jedoch viel für WordPress Gutenberg: Der Block-Editor ist der WordPress-Standard und bildet die Grundlage für etliche aktuelle Funktionen rund um Block-Themes und den Site Editor.
Wer heute neu startet, sollte deshalb zuerst prüfen, ob Gutenberg nicht bereits alles abdeckt, was benötigt wird, bevor zusätzlich ein umfangreicher Page Builder installiert wird.
Fazit: Mit Gutenberg wird WordPress zum flexiblen Baukastensystem
WordPress Gutenberg ist längst mehr als ein neuer Editor. Das Blockprinzip macht Inhalte flexibel, erleichtert wiederkehrende Layouts und gibt dir deutlich mehr Möglichkeiten, Seiten ohne aufwendige Umwege zu gestalten. Mit Patterns, Templates und Block-Themes wächst der Editor dabei weit über die klassische Beitragserstellung hinaus.
Trotzdem gilt: Nur weil sich vieles per Block zusammenklicken lässt, entsteht daraus noch nicht automatisch eine überzeugende Website. Struktur, Design, Performance, technische Umsetzung und Suchmaschinenoptimierung müssen zusammenspielen.
Genau hier unterstützt dich WP Munich rund um WordPress: vom Webdesign über Wartung und Support bis zur individuellen Programmierung. So bekommst du nicht einfach nur eine Website aus Blöcken, sondern eine WordPress-Lösung, die technisch sauber funktioniert, zu deinem Unternehmen passt und sich langfristig weiterentwickeln lässt.
FAQ
Ja. Der Block-Editor ist Bestandteil von WordPress und verursacht keine zusätzlichen Kosten. Das Gutenberg-Plugin kann ebenfalls kostenlos installiert werden, ist für den normalen Betrieb aber nicht erforderlich.
Nein. Die Kernfunktionen des Block-Editors sind bereits in WordPress integriert. Das separate Gutenberg-Plugin dient vor allem dazu, neue Funktionen des Gutenberg-Projekts früher bereitzustellen und zu testen.
Ja. Mit dem Classic Editor Plugin oder je nach Website-Konfiguration lässt sich weiterhin der klassische Editor verwenden. Bei neuen Projekten sollte dafür jedoch ein konkreter Grund vorliegen.
Für viele Websites: ja. Mit WordPress Blocks, Patterns, Block-Themes und dem Site-Editor lassen sich inzwischen umfangreiche Layouts erstellen. Bei sehr speziellen Design- oder Funktionsanforderungen können Page Builder oder individuelle Entwicklungen dennoch sinnvoll sein.



Ein Kommentar
Klasse Einfuehrung in den Gutenberg-Editor, besonders die Abgrenzung zwischen dem im Core enthaltenen Block-Editor und dem Gutenberg-Plugin als Entwicklungsvorschau wird leider in vielen Anleitungen komplett ignoriert. Wir haben bei einem kuerzlichen website relaunch service Projekt die Erfahrung gemacht, dass der Umstieg von klassischen Page Buildern auf den nativen Block-Editor fuer viele Redakteure anfangs gewoehnungsbeduerftig ist, mittelfristig aber deutlich effizientere Workflows ermoeglicht. Besonders die Moeglichkeit, ueber den Site Editor auch Header, Footer und Templates direkt zu bearbeiten, vereinfacht die laufende Pflege enorm und reduziert die Abhaengigkeit von externen Entwicklern. Auch die Block Patterns als vorgefertigte Layoutbausteine sind ein Punkt, den wir unseren Kunden gerne frueh zeigen. Habt ihr Empfehlungen, wie man den Uebergang fuer Teams gestalten kann, die jahrelang mit dem Classic Editor gearbeitet haben?