Braucht eine Landingpage wirklich ein Content-Management-System? Lange war es naheliegend, auch kleinere Webprojekte mit WordPress umzusetzen. Doch statische Websites verdienen wieder mehr Aufmerksamkeit. Laut W3Techs stieg der Anteil der als „static files“ erfassten Websites von 1,7 Prozent Anfang 2025 auf 2,1 Prozent im Oktober 2026.
Das ist kein Beleg für einen allgemeinen Boom statischer Websites. Es ist aber ein guter Anlass, die Systemfrage genauer zu betrachten. Denn mehr Funktionen bedeuten nicht automatisch eine bessere Lösung. Wer eine einzelne Landingpage für eine Kampagne oder ein konkretes Angebot benötigt, hat andere Anforderungen als ein Unternehmen, das regelmäßig Inhalte veröffentlicht und seine Website laufend erweitert.
Statische Website vs. WordPress: Welche Lösung ist also sinnvoll, wenn man nicht nur die Erstellung, sondern auch spätere Änderungen, Kosten und Wartung berücksichtigt? Genau das vergleichen wir in diesem Beitrag.
Was unterscheidet eine statische Website von WordPress?
Technisch haben beide Ansätze eine gemeinsame Grundlage: Der Browser stellt die Website mithilfe von HTML, CSS und JavaScript dar. Der wesentliche Unterschied liegt darin, wie die Inhalte bereitgestellt und später bearbeitet werden.
Statische Website: Inhalte ohne klassisches CMS bereitstellen
Bei einer statischen Website liegen die Seiten als fertige Dateien auf dem Webserver. Ruft jemand eine Seite auf, liefert der Server diese Dateien aus. Ein Content-Management-System oder eine Datenbank ist dafür nicht erforderlich.
Änderungen erfolgen üblicherweise direkt an den Dateien oder über einen Entwicklungsprozess, bei dem die Website neu veröffentlicht wird. Das kann für eine überschaubare Landingpage mit seltenen Anpassungen gut funktionieren. Sollen Inhalte regelmäßig ohne technische Unterstützung bearbeitet werden, braucht es allerdings einen geeigneten Pflegeprozess oder zusätzliche Werkzeuge.
Statisch bedeutet dabei nicht funktionslos. Auch Formulare, Tracking oder interaktive Elemente lassen sich integrieren, beispielsweise über JavaScript und externe Dienste.
WordPress: Inhalte über ein CMS verwalten
WordPress trennt die Verwaltung der Inhalte von ihrer technischen Darstellung. Texte, Bilder und Seiten lassen sich über eine Administrationsoberfläche bearbeiten. Dafür ist im Normalfall kein direkter Zugriff auf den Quellcode nötig.
Das ist besonders praktisch, wenn mehrere Personen Inhalte pflegen, regelmäßig neue Seiten hinzukommen oder unterschiedliche Berechtigungen benötigt werden. Themes und Plugins ermöglichen außerdem, Funktionen zu ergänzen.
Dafür entsteht zusätzlicher technischer Aufwand: WordPress selbst sowie eingesetzte Themes und Plugins müssen gepflegt, aktualisiert und auf ihre Kompatibilität geprüft werden.
Der Unterschied liegt also nicht darin, ob eine Website HTML verwendet, sondern darin, wie sie erstellt, verwaltet und betrieben wird.
Statische Website vs. WordPress im direkten Vergleich
Ob eine statische Website oder WordPress besser zu deinem Projekt passt, zeigt sich vor allem im Arbeitsalltag. Wer ändert später die Inhalte? Welche Funktionen werden benötigt? Und wer übernimmt den technischen Betrieb?
Die wichtigsten Unterschiede im Überblick:
| Kriterium | Statische Website | WordPress |
|---|---|---|
| Inhaltspflege | Änderungen erfolgen meist über Dateien oder einen definierten Veröffentlichungsprozess. Zusätzliche Redaktionswerkzeuge sind möglich. | Texte, Bilder und Seiten lassen sich direkt im CMS bearbeiten. |
| Funktionen | Formulare, Tracking und Schnittstellen sind möglich, benötigen aber eine passende technische Anbindung. | Viele Funktionen lassen sich über Plugins oder individuelle Entwicklungen ergänzen. |
| Änderungen | Inhaltliche und gestalterische Anpassungen erfordern je nach Umsetzung technische Unterstützung. | Redaktionelle Änderungen sind meist ohne Entwickler möglich. Komplexere Anpassungen benötigen weiterhin Fachkenntnisse. |
| Betrieb | Hosting und Veröffentlichung sind oft überschaubar. Externe Dienste und Abhängigkeiten müssen trotzdem gepflegt werden. | WordPress, Themes und Plugins benötigen regelmäßige Updates, Backups und technische Betreuung. |
| Kosten | Bei klar begrenztem Umfang kann der laufende Aufwand gering sein. Häufige Änderungen können zusätzliche Kosten verursachen. | Einrichtung und laufende Wartung verursachen Aufwand. Eigenständige Inhaltspflege kann spätere Änderungskosten reduzieren. |
| Übergabe | Quellcode, Hostingzugänge und Veröffentlichungsprozess müssen dokumentiert und übergeben werden. | Neben den Zugängen sind auch Plugins, Lizenzen, Backups und individuelle Anpassungen zu dokumentieren. |
Keines der beiden Systeme ist grundsätzlich schneller, sicherer oder besser für SEO. Entscheidend sind die konkrete Umsetzung, das Hosting und die laufende Betreuung.
Für die Systemwahl zählt deshalb nicht allein der Funktionsumfang. Wichtig ist, welche Möglichkeiten du tatsächlich nutzt und welchen Aufwand du dafür langfristig tragen möchtest.
Wann ist eine statische Landingpage die richtige Wahl?
Ein neues Produkt soll vorgestellt werden. Eine Dienstleistung braucht einen eigenen Auftritt. Oder eine Kampagne soll Besucher gezielt zu einer Anfrage führen. In solchen Fällen kann eine statische Landingpage die passende Lösung sein, ohne dass dafür ein vollständiges CMS notwendig ist.
Ein Angebot, eine Zielgruppe, ein klares Ziel
Eine Landingpage ohne WordPress eignet sich besonders für Vorhaben mit überschaubarem Inhalt und einer klar definierten Handlung. Die Seite erklärt das Angebot, beantwortet wichtige Fragen und führt Besucher beispielsweise zu einer Kontaktaufnahme.
Wenn Inhalte nur gelegentlich angepasst werden und keine eigenständige redaktionelle Pflege erforderlich ist, bringt ein CMS möglicherweise mehr Verwaltungsaufwand als tatsächlichen Nutzen.
Formulare und Tracking sind auch ohne WordPress möglich
Eine statische Website muss nicht auf interaktive Funktionen verzichten. Kontaktformulare, Analysewerkzeuge oder externe Dienste lassen sich technisch anbinden. Dafür braucht es allerdings passende Schnittstellen und eine saubere Umsetzung. Je nach Dienst entstehen zusätzliche Kosten und Anforderungen an den Datenschutz.
Entscheidend ist deshalb nicht, ob eine Landingpage statisch ist, sondern ob ihr Funktionsumfang zum konkreten Ziel passt.
Für solche Projekte bietet Luehrsen // Heinrich ein klar abgegrenztes Landingpage-Paket an. Für 2.490 Euro netto umfasst es Konzept, Text, Design, Umsetzung und ein bearbeitbares Projektpaket zur späteren Weiterführung. Das Angebot ist auf eine eigenständige Seite ausgelegt. Ein CMS oder eine mehrseitige Website sind nicht enthalten. Zusätzliche Integrationen und Tracking werden gesondert berechnet.
Wann ist WordPress die bessere Lösung?
Eine Website ist mit ihrer Veröffentlichung selten fertig. Neue Referenzen kommen hinzu, Leistungen verändern sich oder Marketingkampagnen benötigen zusätzliche Inhalte. Wenn solche Anpassungen regelmäßig anstehen, wird die eigenständige Verwaltung der Website wichtig.
Inhalte regelmäßig selbst bearbeiten
WordPress ist besonders sinnvoll, wenn dein Team Texte, Bilder und Seiten ohne technische Unterstützung aktualisieren möchte. Über die Administrationsoberfläche lassen sich Inhalte bearbeiten, neue Seiten anlegen und bestehende Beiträge überarbeiten.
Das reduziert die Abhängigkeit von externen Entwicklern bei alltäglichen redaktionellen Aufgaben. Voraussetzung ist allerdings, dass die Website entsprechend aufgebaut wurde und die Verantwortlichen mit dem CMS umgehen können.
Mehrere Seiten, Beteiligte und Funktionen verwalten
Je umfangreicher ein Webauftritt wird, desto wichtiger sind klare Zuständigkeiten. WordPress bietet Benutzerrollen und Berechtigungen, mit denen sich beispielsweise die Inhaltspflege und Administration voneinander trennen lassen.
Auch wenn zusätzliche Funktionen oder Inhaltsbereiche geplant sind, kann ein CMS sinnvoll sein. Dabei sollte jede Erweiterung anhand des tatsächlichen Bedarfs bewertet werden. Nicht jede Anforderung rechtfertigt ein weiteres Plugin.
WordPress kann außerdem für einzelne Landingpages eingesetzt werden, insbesondere wenn bereits eine WordPress-Website vorhanden ist. Mehr dazu erfährst du in unserem Beitrag über Landingpages mit WordPress.
Wenn du eine Website mit regelmäßiger Inhaltspflege, mehreren Verantwortlichen oder individuellen Funktionen planst, lohnt sich eine genauere Prüfung der WordPress-Umsetzung.
WordPress-Projekt mit WP Munich besprechen
Was kosten Erstellung, Änderungen und laufender Betrieb?
Der günstigere Einstieg ist nicht automatisch die wirtschaftlichere Lösung. Bei der Entscheidung zwischen statischer Website und WordPress solltest du deshalb nicht nur den Angebotspreis vergleichen, sondern auch berücksichtigen, welche Aufgaben nach der Veröffentlichung anfallen.
Einmalige Projektkosten und spätere Anpassungen
Bei einer statischen Landingpage mit festgelegtem Umfang lassen sich die Erstellungskosten häufig gut eingrenzen. Wichtig ist, was im Angebot tatsächlich enthalten ist: Konzeption, Texte, Design, technische Umsetzung und die Übergabe der fertigen Seite.
Entscheidend wird es bei späteren Änderungen. Wer tauscht ein Bild aus, aktualisiert einen Preis oder ergänzt einen neuen Abschnitt? Wenn dafür jedes Mal ein Dienstleister benötigt wird, entstehen zusätzliche Kosten.
Bei WordPress kann die Einrichtung aufwendiger sein. Dafür lassen sich viele redaktionelle Anpassungen anschließend intern erledigen. Ob sich das rechnet, hängt davon ab, wie häufig solche Änderungen tatsächlich vorkommen.
Hosting, Wartung und technische Verantwortung
Auch nach dem Launch verursacht jede Website laufende Kosten. Dazu gehören mindestens Hosting und Domain sowie gegebenenfalls externe Dienste, Lizenzen und technische Betreuung.
Bei WordPress müssen zusätzlich das CMS und eingesetzte Erweiterungen aktualisiert, Backups geprüft und mögliche Kompatibilitätsprobleme behoben werden. Bei statischen Websites entfällt ein Teil dieser Aufgaben. Dafür bleiben beispielsweise die Pflege externer Integrationen und die Verantwortung für den Veröffentlichungsprozess bestehen.
Für einen fairen Kostenvergleich solltest du drei Jahre betrachten: Was kostet die Erstellung, welche Änderungen erwartest du und wer übernimmt den Betrieb?
Achte außerdem auf eine nachvollziehbare Übergabe. Zugangsdaten, Quellcode beziehungsweise CMS-Konfiguration, Dokumentation und Nutzungsrechte sollten klar geregelt sein. So bleibt deine Website auch dann betreibbar, wenn sich der betreuende Dienstleister ändert.
WordPress oder statische Website: Fünf Fragen für deine Entscheidung
Bevor du dich für WordPress oder eine statische Website entscheidest, solltest du die Anforderungen möglichst konkret festhalten. Diese fünf Fragen helfen dir dabei:
- Was soll die Website erreichen?
Geht es um eine einzelne Kampagne mit einem klaren Ziel oder um einen Unternehmensauftritt mit mehreren Leistungen und Inhaltsbereichen? Definiere zuerst den Zweck, bevor du über das System entscheidest. - Wer wird die Inhalte später ändern?
Wenn dein Marketingteam regelmäßig Texte, Bilder oder Angebote aktualisiert, ist eine einfache redaktionelle Oberfläche wichtig. Bei seltenen Anpassungen kann ein festgelegter Änderungsprozess ausreichen. - Welche Funktionen brauchst du tatsächlich?
Notiere alle benötigten Funktionen, etwa Kontaktformulare, Tracking, Buchungen oder Schnittstellen. Prüfe anschließend, wie sie umgesetzt werden können und welche laufenden Abhängigkeiten entstehen. - Wie soll sich die Website entwickeln?
Bleibt der Umfang voraussichtlich überschaubar oder planst du zusätzliche Sprachen, Inhaltsbereiche und Funktionen? Berücksichtige konkrete Vorhaben für die nächsten ein bis zwei Jahre, nicht nur theoretische Möglichkeiten. - Wer übernimmt Betrieb und technische Verantwortung?
Kläre, wer Änderungen veröffentlicht, Updates durchführt, Backups organisiert und bei Problemen erreichbar ist. Diese Zuständigkeiten sollten ebenso feststehen wie das Budget.
Tipp: Halte die Antworten schriftlich fest und nutze sie als Grundlage für dein Projektbriefing. So lässt sich mit einem Dienstleister deutlich konkreter besprechen, welche technische Umsetzung zu deinem Vorhaben passt.


